Die Geschichte von Jerven beginnt mit Audun Melkeråen, einem Jäger und Outdoor-Enthusiasten aus dem norwegischen Odda. Während einer Rentierjagd auf der Hardangervidda wurde er von einem Schneesturm überrascht. Umkehren war keine Option und Schutz gab es kaum. Deshalb suchte er hinter einem Felsblock Deckung und wickelte sich in eine Canvasplane aus seinem Rucksack. Sie hielt ausreichend Körperwärme zurück und schirmte die Feuchtigkeit ab. So entstand die Idee für den Jerven Bag, in Norwegen als Fjellduken bekannt: eine Plane, die wind- und wasserdicht ist, isoliert und gleichzeitig als Zelt, Schlafsack und Poncho dient. Nach Jahren des Experimentierens mit Materialien und Konstruktionen lief 1982 der erste Jerven Bag vom Band.
Vom Jagdrevier zum operativen Einsatz
Was als Ausrüstung für Jäger begann, fand schnell seinen Weg zu Anwendern mit höherem Risikoprofil. Der Jerven Bag gehört zur Standardausrüstung der Sea-King-Rettungshubschrauber und aller norwegischen Rettungsdienste und wird von norwegischen Eliteeinheiten sowie den US Navy SEALs eingesetzt. Auch das Norwegische Rote Kreuz verwendet die Plane seit Jahren bei Rettungseinsätzen, bei denen Unterkühlung zu den größten Risiken für Opfer und Helfer zählt.
Für den militärischen und taktischen Einsatz ist das kein Zufall. Wer lange liegt oder steht – auf Posten, während einer Beobachtung, in einem Versteck oder bei einem erzwungenen Halt – verliert Wärme, ohne sich anzustrengen. Der Jerven Bag löst dieses Problem, ohne dass du ein Zelt aufbauen oder einen Schlafsack auspacken musst: Innerhalb von Sekunden bist du vor dem Wind geschützt und ebenso schnell wieder einsatzbereit.
Eine Plane, viele Einsatzmöglichkeiten
Die Stärke liegt in der Vielseitigkeit. Du trägst dieselbe Plane während der Fortbewegung als Poncho, spannst sie als Tarp oder Shelter auf, verwendest sie als Notbiwak oder Einpersonenzelt und ziehst sie als Biwaksack über deinen Schlafsack. Damit ersetzt ein einziges Ausrüstungsteil mehrere Gegenstände und spart unmittelbar Gewicht und Volumen. Der Jerven Bag wird in sieben Varianten hergestellt, die auf unterschiedliche Einsatzprofile abgestimmt und unter anderem in Tarn- und Winterausführungen erhältlich sind.
Leistung bei Kälte
Das Außenmaterial ist wasserdicht und winddicht und verfügt über wasserabweisende Reißverschlüsse. Bei einem Test unter norwegischen Winterbedingungen bei -25 °C blieb die Temperatur im Inneren bei +14 °C – mit dem Nutzer als einziger Wärmequelle. Dieser Unterschied ist entscheidend, denn Unterkühlung beginnt mit Wärmeverlust, den man selbst oft zu spät bemerkt. Gerade bei statischen Tätigkeiten oder nach einer Verletzung geht es schnell.
Qualität für jahrelangen Einsatz
Jerven entwickelt seine Produkte für jahrelange Leistung, nicht für den Einsatz über nur eine Saison. Das zeigt sich bei der Materialauswahl, der Verarbeitung und der Garantiezeit von 10 Jahren. Neben dem Jerven Bag entwickelt die Marke Jagdjacken und -hosen nach denselben Grundsätzen. Mehr als vierzig Jahre nach jenem Sturm auf der Hardangervidda steht die Marke noch immer für dasselbe Prinzip: Schutz, der funktioniert, wenn es darauf ankommt.